Mario Ohoven

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2016 – Jahr der Krisen

ErfolgKein gutes Omen: Das Jahr 2016 begann mit einem Börsencrash in China. Doch das ist erst der Anfang. Das Zerplatzen der chinesischen Kreditblase steht unmittelbar bevor. Gleichzeitig stürzt sich Europa in immer neue Schulden, nationale Notenpressen laufen auf Hochtouren. Die Eurokrise ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben.

So viel Krise war selten: Im chinesischen Kalender ist 2016 das Jahr des (Feuer)Affen. Er gilt als der wildeste aller Affen, was für die kommenden Monate heftigste Turbulenzen erwarten lässt. Einen ersten Vorgeschmack vermittelte der Zusammenbruch der Börsen in Shanghai und Shenzhen zum Jahresauftakt. Dabei wurden umgerechnet rund 2,5 Billionen Dollar vernichtet. Das entspricht in etwa der Wirtschaftsleistung Italiens, Europas drittgrößter Volkswirtschaft.

Börsianer sehen den Absturz der chinesischen Börsen als Vorboten eines viel größeren Crashs. Im Reich der Mitte hat sich eine gigantische Kreditblase aufgebläht. Allmählich dämmert den Bewunderern des chinesischen Wirtschaftswunders, dass der Riese auf tönernen Füßen steht. Peking hat zwischen 2009 und 2014 Kredite in Höhe von 21 Billionen Dollar in die heimische Wirtschaft gepumpt – ein Aufschwung auf Pump.

Das Volumen aller Kredite im chinesischen Wirtschaftskreislauf hat sich damit in kurzer Zeit nahezu vervierfacht. Das Ergebnis ist ein gewaltiger Schuldenberg. Bereits 2014 betrug die Gesamtverschuldung Chinas schwindelerregende 282 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig gingen die Erzeugerpreise drastisch zurück. Die Betriebe bleiben auf ihren Schulden sitzen.

Es gibt gleichwohl keinen Grund für Europa, mit dem Finger auf Fernost zu zeigen. Brüssels Bilanz besticht nur auf den ersten Blick. Zwar sind in Europa in den letzten beiden Jahren 2,2 Millionen neue Arbeitsplätze entstanden, zwei Drittel davon aber in nur zwei Ländern, Deutschland und Spanien.

Die Realinvestitionen in der Eurozone liegen gegenwärtig rund 30 Prozent unter dem Niveau vor Beginn der Finanzkrise. Auch die Wirtschaftsleistung ist heute niedriger als im Jahr 2007.

Was in Europa wirklich wächst, ist die Verschuldung. Allein in den EU-Krisenländern stehen Staats- und Bankenschulden von zwölf Billionen Euro im Feuer. An der EZB-Politik des lockeren Geldes ändert das nichts. Deren Bilanzsumme dürfte demnächst 3,6 Billionen Euro erreichen, gut ein Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung in Euroland.

Doch die Schuldensause geht weiter. Nationale Notenbanken haben im Schutz des selbst unter Experten kaum bekannten Anfa-Abkommens ihre Notenpressen angeworfen. Mit dem frisch gedruckten Geld, über 575 Milliarden Euro, wurden in großem Umfang Papiere gekauft,  heimlich und zusätzlich zu den offiziellen Ankaufprogrammen der EZB.

Deutschland droht dadurch Gefahr: Die Schein-Geschäfte der Schuldenländer werden unweigerlich platzen. Bis dahin können sie mit den Milliarden ihre Verbindlichkeiten bei deutschen Banken begleichen. Diese legen das Geld bei der Bundesbank an, die wiederum Teil des EZB-System ist. So schließt sich der Teufelskreis. Und die Politik? Sie hält es im Jahr des Affen mit den drei Affen: nichts hören, nichts sehen, nichts sagen.